Mir geht es so, dass immer wenn ich etwas lesen MUSS, erkenne, wie schön es ist, seine Lektüre selbst auszusuchen. Versteht mich nicht falsch, ich liebe es, Literatur zu studieren und auch Texte vorgesetzt zu bekommen, die ich sonst nicht gelesen hätte. Gute Beispiele hierfür im letzten Semester waren der Roman "Caleb Williams" von William Godwin (Funfact: der Vater von Mary Shelley und Schwiegervater von Percy Bysshe Shelley) und "Ein Landarzt" und "In der Strafkolonie" von Kafka, von dem ich seit dem Abitur nichts mehr gelesen hatte. Auch auf Zeitdruck zu lesen kann mal Spaß machen. Doch wenn die Lektüre-Pflichten abgearbeitet sind, ist es schön, auch wieder etwas zum Vergnügen zu lesen.
Mein Problem hierbei ist jedoch, dass sich übers Semester einige Bücher ansammeln, die ich alle gerne sofort in Angriff nehmen würde. Zur Zeit lese ich "The Cider House Rules" von John Irving (in gutem Zustand für 2€ gebraucht gekauft), "Tristram Shandy" von Laurence Sterne (ein Überbleibsel vom letzten Wintersemester) und "The Human Stain" von Philip Roth (Belohnung für gute Hausarbeitsnoten). Des Weiteren habe ich "Fräulein Else" von Arthur Schnitzler begonnen, weil ich dachte, ich könnte die Erzählung an einem Abend durchlesen (ha-ha-ha). In der Warteschleife stehen außerdem noch "Auf Englands grünen Hügeln" von David Kennard als Reisevorbereitung, "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins und Jane Austens "Pride and Prejudice". Bis ich es mal wieder schaffe, keine 5 Bücher gleichzeitig zu lesen, wird wohl noch ein wenig Zeit ins Land gehen.
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Saturday, July 19
Saturday, October 26
read between the lines
I came across many good books this year. And it's not even over yet! I've read 26 until this point. Some of the highlights were:
CHARLOTTE STREET by Danny Wallace
ENGLAND, ENGLAND by Julian Barnes
WINTER JOURNAL by Paul Auster
MACBETH by Shakespeare
PULPHEAD by John Jeremiah Sullivan
FREEDOM by Jonathan Franzen
BRIEF INTERVIEWS WITH HIDEOUS MEN by David Foster Wallace
ATONEMENT by Ian McEwan
MR. VERTIGO by Paul Auster
TEA PARTY by German author and journalist Eva C. Schweitzer
CHRONIC CITY by Jonathan Lethem
and DIE VIERTE HAND (the German translation of THE FOURTH HAND) by John Irving
12 incredibly good books out of 26, that's not bad at all. Some are funny (Charlotte Street), some are ernest (Macbeth, Atonement), some are informative (Pulphead, Tea Party), some are set in Britain (Charlotte Street, England, England, Macbeth, Atonement), some in the US (Winter Journal, Pulphead, Freedom, Brief Interviews with hideous Men, Mr. Vertigo, Tea Party, Chronic City, The Fourth Hand), some are innovative (England, England, Brief Interviews with hideous Men, Atonement) and some had an emotional impact on me (Charlotte Street, Winter Journal, Pulphead, Freedom, Atonement, Mr. Vertigo, Chronic City, The Fourth Hand).
(At this point I send a mental thank you to my local library which allows students to borrow books for free. I got half of the books on my highlight list there.)
Currently, I am reading NW by Zadie Smith which is pretty good so far. Afterwards I will try to work off the unread books still standing on my bookshelf (I am looking at you, Joyce and Proust). Let's see how many I can add to the current 26 until the end of the year.
CHARLOTTE STREET by Danny Wallace
ENGLAND, ENGLAND by Julian Barnes
WINTER JOURNAL by Paul Auster
MACBETH by Shakespeare
PULPHEAD by John Jeremiah Sullivan
FREEDOM by Jonathan Franzen
BRIEF INTERVIEWS WITH HIDEOUS MEN by David Foster Wallace
ATONEMENT by Ian McEwan
MR. VERTIGO by Paul Auster
TEA PARTY by German author and journalist Eva C. Schweitzer
CHRONIC CITY by Jonathan Lethem
and DIE VIERTE HAND (the German translation of THE FOURTH HAND) by John Irving
12 incredibly good books out of 26, that's not bad at all. Some are funny (Charlotte Street), some are ernest (Macbeth, Atonement), some are informative (Pulphead, Tea Party), some are set in Britain (Charlotte Street, England, England, Macbeth, Atonement), some in the US (Winter Journal, Pulphead, Freedom, Brief Interviews with hideous Men, Mr. Vertigo, Tea Party, Chronic City, The Fourth Hand), some are innovative (England, England, Brief Interviews with hideous Men, Atonement) and some had an emotional impact on me (Charlotte Street, Winter Journal, Pulphead, Freedom, Atonement, Mr. Vertigo, Chronic City, The Fourth Hand).
(At this point I send a mental thank you to my local library which allows students to borrow books for free. I got half of the books on my highlight list there.)
Currently, I am reading NW by Zadie Smith which is pretty good so far. Afterwards I will try to work off the unread books still standing on my bookshelf (I am looking at you, Joyce and Proust). Let's see how many I can add to the current 26 until the end of the year.
Thursday, February 28
"witwe für ein jahr" von john irving
Eine Freundin hatte mir im letzten Jahr dringlichst empfohlen, etwas von John Irving zu lesen, weil er einer ihrer absoluten Lieblingsautoren ist. Ich bin dieser Empfehlung gefolgt, weil ich dem literarischen Urteilsvermögen dieser Freundin vollstes Vertrauen schenke, und wurde nicht enttäuscht.
"Witwe für ein Jahr" war nur einer von mehreren Romane, die unsere Bücherei von John Irving vorrätig hatte und ich bin mir sicher, dass dies in Büchereien überall im Lande der Fall ist, denn Irving gehört zu den wichtigsten Gegenwartsautoren der amerikanischen Literatur (wie ich einer Tabelle entnehmen kann, die ich in meinem Englisch Literaturkurs bekommen habe¹).
In dem Roman geht es um Ruth, eine erfolgreiche Autorin, doch es beginnt bereits, als sie noch ein kleines Kind ist. Ihr Vater schreibt und illustriert Kinderbücher, fertigt aber gleichzeitig auch noch Aktzeichnungen von Müttern aus der Nachbarschaft an. Ruths Mutter verlässt die Familie - nachdem sie eine Affäre mit dem Praktikanten ihres Mannes hatte, der die Ferien bei ihnen verbringt. All dies wird überschattet von der Abwesenheit von Ruths Brüdern, die bei einem Autounfall starben. Wie die Charaktere Jahre später immer noch von diesen Ereignissen in ihren Handlungen beeinflusst werden, wie nahe Liebe und Tod beieinander liegen, dass zeichnet John Irving auf über 700 Seiten mit immer wieder unerwarteten Wendungen nach.
Für mich war das Ende von "Witwe für ein Jahr" auf jeden Fall erst der Anfang von zahlreichen Irving-Romanen, die ich noch lesen werde.
1) für Interessierte: Die Tabelle stammt aus Nünning, Ansgar + Vera Nünning, eds. "Grundkurs anglistisch-amerikanistische Literaturwissenschaft". Stuttgart: Klett, 2001.166-69
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